Die Rosenkranzkirche (Maria Rosenkranzkönigin)

Dessauerstraße 11b, 63811 Stockstadt

In unserer Kirche ganz oben

Wer zum ersten Mal unsere Rosenkranzkirche betritt, ist zunächst beeindruckt von der Weite des Innenraumes. Bald geht dann der Blick zur Decke. Die zahlreichen Streben ziehen die Augen unwillkürlich immer weiter nach oben, bis sie in einem weißen und einem gelben Kranz die goldglänzende Figur eines Vogels entdecken. Kinder tun sich oft schwer, diese Figur zu deuten „Friedenstaube“, „Adler“ und ähnliches bekam ich schon zu hören.
Ganz oben, wo alle Streben der Dachkonstruktion zusammenlaufen, verweist die Figur der Taube auf den, der unsere Pfarrgemeinde zusammenhält und ohne den all unser Bemühen fruchtlos bleibt, den Hl. Geist.
Im Geheimnis des dreifaltigen Gottes wird er als die Liebe zwischen dem Vater und dem ewigen Sohn oder dem Wort bezeichnet. Ohne den Hl. Geist „läuft nichts“. Er wirkt bei der Erschaffung der Welt und des Menschen, er setzt das Werk unserer Erlösung in Gang, indem er bewirkt, dass Maria die Mutter des Erlösers wird, er führt Jesus auf seinem irdischen Lebensweg bis hinein in sein Leiden und Sterben am Kreuz und seine Auferstehung - alles aus Liebe zu uns!
Und wie der Hl. Geist im historischen Jesus am Werk war, so ist er es auch im Leib Christi auch unserer Tage, in der Kirche. Das verlieren wir leicht aus dem Blick, wenn wir unsere Augen nicht immer wieder nach oben richten.
Wir können die Deckenkonstruktion unserer Rosenkranzkirche als Bild unserer Pfarrgemeinde deuten: Viele Streben tragen das Dach, die aus verschiedenen Richtungen sich nach oben strecken. Bei der Innenrenovierung 1986 konnte ich am Gerüst hochsteigen und die Konstruktion von nah betrachten: Es ist nicht alles so einheitlich, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Manche Streben laufen von unten bis oben gerade, andere drehen sich mal mehr, mal weniger um die Längsachse. Aber alle ruhen auf der Mauer der Kirche auf und sammeln sich oben um den Hl. Geist. So tragen sie das gewaltige Dach und bieten darunter Schutz.
Solange wir uns an das halten, was fest steht in der Kirche und uns nicht blenden lassen von dem, was heute als modern angepriesen, bald aber wieder als altmodisch verachtet wird, und solange wir nach dem Hl. Geist fragen, nach dem Willen Gottes und seiner Liebe dürfen wir auf die Kraft seiner Liebe vertrauen, die uns zusammenhält und führt.

Pfarrer Werner Schwarzkopf

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Geschichtlicher Überblick

Zu Beginn des 20. Jhds wurde die Leonharduskirche zu klein. Und als nach Ende des zweiten Weltkrieges viele Heimatvertriebenen sich in Stockstadt niederließen, war ein Kirchenneubau dringend notwendig. Die um 1900 entstanden Pläne für den Neubau einer Kirche wurden nun umgesetzt. Zu dieser Zeit war Herr Josef Becker Pfarrer von Stockstadt der die heilige Maria sehr verehrte. Verständlich also, dass die neue Kirche der Rosenkranzkönigin Maria geweiht sein sollte.
1952 konnte die Rosenkranzkirche eingeweiht werden und zwei Jahre später war der freistehende Turm fertig.
Am 21. November 1954, wurden die fünf neuen Glocken der Rosenkranzkirche geweiht.

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Allgemein

Der Grundriss ist oval mit insgesamt elf Fensternischen die von außen wie kleine Seitenkapellen wirken. Sie stehen für die elf Gesetze des Rosenkranzes: zehn Gegrüßet seist Du Maria und ein Vater Unser. Die Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung sollen von den drei Eingangstüren symbolisiert werden, von denen aus man direkt auf den Altarraum schauen kann. Die Rückwand des dahinter befindlichen, ausnahmsweise rechteckigen Chorraumes, ist mit einem Relief verziert, dass die Aufnahme in den Himmel und Krönung Mariens darstellt. Dies ist ein Relief, in dem zwei Rosenkranzgeheimnisse zusammen gefasst sind. Das andere, „doppelte“ Relief, umfasst die Geißelung Jesu und dessen Krönung mit Dornen. Alle Reliefs lassen sich an den Seitenwänden des Langhauses finden. Sie wurden von Bildhauer Rückl geschaffen.

Vollendung Mariens - Das Relief im Chorraum

Wenige Künstler wagen sich heute an das Thema: Maria Himmelfahrt
In unserer Rosenkranzkirche hat sich der Bildhauer Rückel trauen müssen, wenn er die beiden letzten Geheimnisse des glorreichen Rosenkranzes ins Bild bringen wollte: Der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen und gekrönt hat.
Das Material: glasierte Keramikplatten, herb und sparsam in der Farbe. Die hellen Relieffiguren heben sich vom grün-blauen Hintergrund deutlich ab. Man betrachtet das Bild unwillkürlich von oben nach unten.
Im oberen Drittel ist eine ungewöhnliche Darstellung der allerheiligsten Dreifaltigkkeit. Auf einer Art Regenbogen sitzt rechts Gott Vater und weist mit Schöpfergeste auf Sonne, Mond, Sterne und den Erdball hin, der als Schemel seiner Füße dient. Links Gott Sohn, mit den Wundmalen, umfängt mit der rechten Hand das Kreuz und weist mit der linken auf den Strahl des Heiligen Geistes, der auf eine große goldene Krone über dem Haupt Marias fällt.
Die Mitte des Bildes: Das Relief unterstreicht ihre Leibhaftigkeit, aber schwerelos, das Gesicht und die Hände mit bittender Gebärde nach oben gerichtet, die Füße stehen auf keinem irdischen Grund mehr, sie schweben. Um das Haupt eine Gloriole von sieben Sternen, eine Art Heiligenschein um den ganzen Körper. Strahlenbündel nach oben verbinden Maria mit den drei göttlichen Personen Unterhalb: die himmlischen Heerscharen, Engel und Heilige, Gottes Volk.
Maria ist hier nicht nur die auserwählte Jungfrau von Nazareth, die Mutter Jesu, die zu Gottes Heilplan ihr Ja für uns sagte, sie ist eine von uns, der erlöste Mensch, der ans Ziel gekommen ist, in die Vollendung, mit Leib und Seele. Die Sterne ums Haupt deuten sie auch als die Frau aus der Apokalypse, Sinnbild der Kirche, Mutter der Kirche, die bittend, fürbittend die Hände für alle erhebt. Im Blickfeld der Gemeinde ist damit das Ziel der Ausschau auf unsere eigene Vollendung, die in Maria schon wirklich geworden ist zu unserer Hoffnung und Freude.
Wenn doch die Augen des Glaubens im Schauen etwas geübter wären!
Unbändige Zuversicht käme uns auf Schritt und Tritt entgegen vom Unbild der Kirche: von Maria.

Pfarrer Werner Seel - im Oktober 1983

Ein Rosenkranz aus Stein

Der Bau unserer Pfarrkirche enthält mancherlei Anspielung auf ihren Titel „Maria Rosenkranzkönigin“. Das beginnt schon mit dem ovalen Grundriss:
Zur Meditation der Rosenkranzgeheimnisse benutzen wir gerne eine Perlenkette. Auf alten Bildern hat diese oft eine ovale Form, die zum einen eine gewisse Sammlung, ein zu sich selber kommen, zugleich aber auch eine Zielrichtung andeutet. Das Rosenkranzgebet kann uns helfen, ruhig zu werden, zu uns selbst zu kommen. Das iast aber noch nicht das Ziel dieses Gebetes. Vielmehr hilft es uns, an der Seite der Gottesmutter zubetrachten, wie Gott durch Jesus Christus zum Besten für uns Menschen wirkt.
Einen weiteren Hinweis geben uns die drei Eingangstüren an der Westseite: Sie erinnern uns daran, dass wir zu Beginn eines Rosenkranzes um Glauben, Hoffnung und Liebe beten. Diese drei „göttlichen Tugenden“ sind Voraussetzung, wenn wir zur Gemeinschaft mit Gott finden wollen.
Das Oval unserer Rosenkranzkirche wird durch elf Fenster gegliedert, wie wir auch an unserer Rosenkranzkette für jedes Gesätz elf Perlen haben, um leicht den Rhythmus von einem Vater Unser und zehn „Gegrüßt seist du Maria“ zu finden. Dieses Gleichmaß der Sätze hilft, zur Betrachtung des jeweiligen Glaubenssatzes zu kommen, den wir in das Gebet immer wieder einfügen.
Den deutlichsten Bezug finden wir in Bildern des zeitgenyössischen Künstlers Rückel an den Innenwänden, die die Rosenkranzgeheimnisse zu Inhalt haben. Die Reihe beginnt rechts vom Altar mit der Verkündigung durch den Engel an Maria und setzt sich dann im Uhrzeigersinn fort. Zweimal werden zwei Geheimnisse in einem Bild zusammengefasst: Geißelung und Dornenkrönung, sowie Mariens Aufnahme in den Himmel und ihre Krönung. Den Ursprung und das Ziel unserer Erlösung finden wir in der Nähe des Altars, wo diese Erlösung immer wieder gefeiert wird, der Weg dazu über das Kreuz wird in der Nähe der Türen gezeigt, näher an unserem Alltag, wo es ja oft gilt, das Kreuz zu tragen. Es wäre durchaus reizvoll, beim Beten des Rosenkranzes den Platz möglichst so zu wählen, dass man die entsprechenden Bilder betrachten kann.

Pfarrer Werner Schwarzkopf

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Der Kirchenbau

Pfarrer Karl Göbel rief im Jahre 1899 einen Kirchenerweiterungsfond für die Leonharduskirche ins Leben. Doch die ungünstige Lage der alten Kirche, an der Staatsstraße Miltenberg-Frankfurt, ließ den Plan einer Erweiterung scheitern und der nachmalige Pfarrer Georg Grömling erwarb daher unter großen Schwierigkeiten und langwierigen Verhandlungen die Grundst¨cke am „Steinrappel“ für einen neuen Kirchenbauplatz. Die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse jedoch ließen das Projekt noch nicht zur Verwirklichung kommen. Unter Pfarrer Justin Wittig entstanden die neuen Pläne des Würzburger Dombaumeisters Hans Schädel, die am 31. März 1950 genehmigt wurden und dann 1950-1952 unter Pfarrer Josef Becker ausgeführt wurden. Es gehörte in der Not der Nachkriegsjahre viel Mut dazu, ein solches Werk in Angriff zu nehmen. Der bereitwillige Einsatz der gesamten Pfarrgemeinde machte den Neubau möglich. So zogen z.B. Männer und Frauen in mühevoller Plagerei mit Ketten die Steine der 1945 gesprengten Eisenbahnbrücke aus dem Main und transportierten sie mit Kuhfuhrwerken zum Bauplatz. Diese Sandsteine wurden bei der Umfassungsmauer an der Rosenkranzkirche verwendet. Am 12. Juni 1950 begannen die Arbeiten. Die Maurerarbeiten wurden von der Arbeitsgemeinschaft Gabriel Dreßler und Valentin Straub, Aschaffenburg ausgeführt. Die Bauleitung hatte Herr Archithekt Hans Sommer aus Miltenberg. Das Schifflein Petri lenkte mit sicherer Hand Papst Pius XII. Als 84. Nachfolger des hl. Burghard hatte Bischof Dr. Julius Döpfner den Bischofsstuhl der Diözese Würzburg inne.

Weihedokument

Julius durch göttliches Erbarmen und die Gnade des heiligen apostolischen Stuhles Bischof von Würzburg.
Im Jahre des Herrn 1952, am 16. und 17. August, haben wir die neue Pfarrkirche von Stockstadt konsekriert und den Hochaltar dieser Kirche zu Ehren der seligen Jungfrau Maria, der Königin des heiligen Rosenkranzes geweiht.
In diesen Altar haben wir die Reliquien der heiligen Märtyrer Celsus und Kreszentia und des hl. Burkard, des Bischofs von Würzburg und Bekenners, eingeschlossen.
Wir haben den einzelnen Christgläubigen ein Jahr Ablaß gewährt und allen, die am Jahrestag der Weihe die Kirche besuchen, einhundert Tage Ablaß in der üblichen Form der Kirche.
Zur Beglaubigung habe ich dieses Dokument eigenhändig unterschrieben und mit meinem Siegel versehen.

Gegeben zu Würzburg am 25. August 1952
Julius Bischof von Würzburg

Hammersprüche bei der Grundsteinlegung:

  1. Dieses Gotteshaus
    erstehe zur Ehre Gottes
    zum Lobe der allerseligsten Jungfrau
    zum Heile der Menschen.
  2. In ihm werde
    verkündet der Gottesglaube
    ausgespendet die Gottesgnade
    umfange den Menschen die Gottesliebe.
  3. Hier erstehe eine Heimat
    für die heimatlos gewordene Seele
    ein Ort der Erquickung
    für den müden Erdenpilger
    eine Heimstätte des Friedens
    für die friedensbedürftige Menschheit.
  4. Hier sei die Wohnung Gottes unter den Menschen
    die Opferstätte des göttlichen Sohnes
    die Wirkungsstätte des hl. Geistes.
  5. Den rauchenden Kamin,
    als Zeichen unserer Arbeit,
    grüße bald das Kreuz,
    das Zeichen unseres Glaubens.
    In den Chor der surrenden Maschinen,
    menge sich unser Beten und Singen.
    Gottes Segen ruhe auf beiden Stätten.
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Der freistehende Glockenturm

Das Bischöfliche Ordinariat war beim Bau der Rosenkranzkirche gegen die Einrichtung eines Kirchturmes. Doch die Stockstädter konnten sich eine neue Kirche ohne Turm und ohne Glocken nicht vorstellen, und so entstand der freistehende Turm gleich mit und bereits zwei Jahre später waren die fünf neuen Glocken da. Ganz Stockstadt war auf den Beinen, als der Tieflader mit den fünf schimmernden Bronzeglocken, geschmückt mit Fahnen und Tannengrün, am 20. November 1954 von der Frühlingslust her in den Ort rollte. Über jeder Glocke war ein Schild angebracht, auf das Herr Karl Heumann den Patron der betreffenden Glocke gemalt hatte. Die Glocken haben der Größe nach folgende Namen und Daten:

Hier können Sie sich das Glockengeläut anhören.
Aufgenommen vom bayerischen Rundfunk (12 Uhr-Läuten)

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Name Durchmesser Ø
in mm
Gewicht in kg Ton
Rosenkranzkönigin 1662 2975 h
Bonifatius 1382 1871 d'
Leonhardus 1230 1246 e'
Pius X. 1085 859 fis'
Erzengel Michael 903 481 a'

Gleich am Tag nach ihrer Ankunft, am Sonntag, dem 21. November 1954, empfingen die neuen Glocken durch Herrn Domkapitular Dr. Eugen Kainz die kirchliche Weihe, wobei sie mit Chrisam gesalbt und mit Weihwasser besprengt wurden. Dadurch wird ihre Aufgabe angedeutet: eherne Verkünderinnen der Botschaft Gottes zu sein.

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Die Renovierungen 1970 und 1986

Im Jahre 1987 erstrahlte die Rosenkranzkirche nach elfmonatiger Restaurierungsphase wieder in neuem Licht. 850.000 DM kostete diese Sanierung mit der Vergrößerung der Rosenkranzkapelle.
1952 hatte Bischof Julius Döpfner nach zweijähriger Bauzeit die Pfarrkirche eingeweiht. Ihr eigenwilliger Baustil mit separatem Glockenturm, geplant und gebaut von Dombaumeister Schädel, war damals ein Novum für den nordbayerischen Raum.
Da sich die Elektrobankheizung als sehr kostenaufwendig erwies, entschied sich die Kirchenverwaltung im Frühjahr 1965 für eine Warmluftheizung. Zur Unterbringung der Heizungsanlage musste ein Keller und darüber eine Seitenkapelle gebaut werden. Die großflächige Verlegung der Heizungskanäle im Kirchenschiff machte damals die erste Innenrenovierung notwendig. Die schmutzempfindlichen Wände des Hauptschiffs und nicht zuletzt der desolate Zustand der Sakristei riefen 20 Jahre später die Verantwortlichen wieder auf den Plan. Schon Anfang 1984 sprach die Kirchenverwaltung mit Pfarrer Werner Seel mit Erfolg bei der bischöflichen Finanzkammer vor. Der plötzliche Tod von Pfarrer Seel warf die Planung aber um über ein Jahr zurück. Erst 1985, Pfarrer Werner Schwarzkopf war gerade als neuer Pfarrer eingeführt worden, liefen die Planungen an. Architekt Heinrich Kaupp aus Aschaffenburg erhielt den Planungsauftrag, bischöflicherseits beriet ihn Diözesanbaumeister Jürgen Schädel. Der Architekt errechnete Kosten von 760.000 DM. Darin inbegriffen waren die Kosten für die Erweiterung der Kapelle und eine Neuordung des Altarraums. Durch die Absenkung des Altars um zwei Stufen und das Vorrücken um einen Meter rückte der Priester näher an die Gemeinde. Der Altarrückraum wurde größer. In der Sakristei galt es den Boden zu erneuern, die Fenster zu reparieren, Gasthermen als Heizkörper zu montieren und eine schönere Schrankwand einzubauen.
Diese Planung wurde vom bischöflichen Bauamt gebilligt. Der Finanzierungsplan sah eine 50%ige Beteiligung der Diözese und eine 20%ige Beteiligung der Gemeinde vor. Der Rest sollte aus Eigenmitteln und Spenden aufgebracht werden. Am 14. April 1986 liefen die Bauarbeiten an. Die Gottesdienste wurden vorübergehend in der Leonharduskirche gehalten. Insgesamt 26 Frimen wurden in der Rosenkranzkirche tätig. 50 freiwillige Helferinnen und Helfer leisteten beim Transport der Bänke freiwillige 1200 Arbeitsstunden. Heitere Farben, beginnend mit dem freundlichen Weiß der Wände, das abschließende Postbraun des umlaufenden Bandes, das anmutige Graugrün der Platten auf sich verjüngenden weißen Streben und nicht zuletzt die neuvergoldete, überglaste Taube zwischen Dachfirst und Himmel beeindrucken den Besucher. Dem harmonischen Oval, der bestimmenden Form dieser Kirche, passt sich an der Rückwand die Verblendung der Orgelpfeifen an.

Völlig erneuert wurde die Heizung. Die Kapelle fasst statt 40 nun 90 Sitzplätze. In der kalten Jahreszeit können dort wochentags bei einem Minimum an Heizungsaufwand Gottesdienste und Andachten gehalten werden.
Durch unvorhersehbare Mängel und Verschleißerscheinungen musste der Kostenansatz beträchtlich überschritten werden. So musste die gesamte Elektroanlage erneuert werden. Die Blitzableiter entsprachen nicht mehr den Vorschriften. Schäden in der nur über einen Spezialkran erreichbaren Glaskuppel mussten behoben und Fußbodenteile ersetzt werden. Das bedeutete ein Mehr an Kosten von 100.000 DM. Ein festlicher Dankgottesdienst wurde von Domkapitular Prälat Wilhelm Heinz zelebriert. Die Kirchenverwaltung und Pfarrer Werner Schwarzkopf hatten nun eine große Sorge weniger.

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Priester in Stockstadt seit Erbauung der Rosenkranzkirche

Von Bis Name
01.12.1948 05.05.1970 Pfr. Josef Becker aus Schweinheim
anschließend Pfarrer in Aschfeld bei Gemünden
+ 30.04.1997
01.08.1970 15.08.1984 Pfr. Werner Seel aus Breslau in Schlesien
+ 15.08.1984
05.05.1985 heute Pfr. Werner Schwarzkopf aus Kleinwallstadt

Kapläne in Stockstadt seit Erbauung der Rosenkranzkirche

Von Bis Name
Januar 1950 November 1950 Adolf Hartmann
November 1950 Juli 1951 Michael Hoos
August 1951 Juli 1953 Ernst Blassauer
Mai 1955 August 1956 Josef Hämel-Köhler
August 1956 Februar 1960 Hermann Glückler
April 1960 Februar 1961 Lorenz Zeitz
März 1961 Oktober 1963 Franz Josef Stettler
November 1963 Februar 1965 Richard Strobel
Februar 1965 Oktober 1969 Ernst Scheckenbach
November 1969 August 1971 Norbert Stroh
September 1971 September 1973 Heinrich Vogler
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Was geschah zwischen der Einweihung unserer Kirche und heute?

Kurze Blitzlichter auf eine wechselhafte Geschichte

1952  Der Stockstädter Kirchenchor bekommt einen neuen Dirigenten
Karl Fäth übernimmt das Dirigentenamt für den Stockstädter Kirchenchor. Er übt es mehr als 40 Jahre lang mit großem Engagement, Idealismus und musikalischem Talent aus.
1970 Stockstadt bekommt einen neuen Pfarrer
Pfarrer Josef Becker gibt bekannt, dass er nach dem Weißen Sonntag Stockstadt verlassen und die Pfarrstelle Aschfeld übernehmen wird. Im August wird der neue Pfarrer Werner Seel feierlich empfangen.
1975 Der Kirchenchor feiert sein 30-jähriges Jubiläum.

Einweihung des Pfarrzentrums
Was am 13.07.1974 mit dem Aushub des ersten Kubikmeters Erde begann, konnte am 14.09.1975 endlich beendet werden. Das Pfarrzentrum, das bereits beim Bau der Kirche geplant wurde, wird eingeweiht und der Pfarrei übergeben.
1976 Die DPSG feiert ihr 30-jähriges Bestehen
Vom 10. bis 17. Juli feiern die Pfadfinder ihr 30-jähriges Bestehen. Vor drei Jahrzehnten wurden die Maßstäbe für verantwortungsbewusste Jugendarbeit im Sinne der Leitlinien der DPSG gesetzt.
Als Gründungsmitglieder haben sich besonders der erste Stammesvorsitzende Georg Holzapfel und der später in Würzburg wirkende Generalvikar Justin Wittig verdient gemacht.
1977 20.-27. März - Gemeindewoche zum Thema „Gemeinde braucht Glauben - Glauben braucht Gemeinde“
Im gemeinsamen Pfarrbrief schreiben die Seelsorger von Kleinostheim, Mainaschaff und Stockstadt, die Pfarrer Schöning, Hau und Seel dazu:
Die Gebietsmission 1962 war vor 15 Jahren die letzte ihrer Art. Unser Vorhaben im „Pfarrverband“ soll eine neue Art Missions-Woche sein: Aus erneuertem Glauben mehr Mitarbeit, sinnvoll und gezielt, zu mehr Kontakt und Füreinander in unseren Gemeinden. So haben wir diese Gemeindewoche geplant und mit vielen Mitarbeitern seit langem vorbereitet um mehr Christen zu Mitarbeit und gläubiger Mitverantwortung zu gewinnen!

25 Jahre Rosenkranzkirche
Die Feierlichkeiten dazu wurden mit dem Pfarreifest verbunden, das unter dem Thema „Familie - Hoffnung der Kirche“ vom 10. bis 13. Juni 1977 stattfand.
1978 Der Kindergarten Johannisheim wird umgebaut.
Da ein Anbau den Hof und die Bäume zerstört hätten, wird von der Kellerdecke an ein Neubau mit zwei Stockwerken errichtet. Ab September 1979 hat der Kindergarten Johannisheim ein ganz neues Gesicht. In 10-monatiger Umbauzeit wird nach den Richtlinien des Kindergartengesetzes und den Erfordernissen moderner Pädagogik ein ansprechendes, helles, freundliches Haus für drei Gruppen geschaffen.
1979 Der 70. Geburtstag von Pfarrer Josef Becker
Pfarrer Josef Becker wird aus Anlaß seines 70. Geburtstags und seiner Verdienste um den Neubau der Rosenkranzkirche die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Stockstadt verliehen.
Bürgermeister Wendelin Müller, der ihm die Ehrenurkunde überreichte, sprach den persönlichen Einsatz von Pfarrer Becker an, als der Bau der Rosenkranzkirche in Angriff genommen wurde. Engpässe bei der Materialbeschaffung wusste der Seelsorger ebenso zu überwinden, wie auch die Spendenfreudigkeit der Stockstädter für dieses große Bauwerk anzustacheln.

25-jähriges Glockenjubiläum
Das 25-jährige „Glocken-Jubiläum“ nahm der AK Presse und Öffentlichkeit des PGR zum Anlass, eine Schallplatte mit dem Geläute der fünf Glocken der Rosenkranzkirche pressen zu lassen. Neben einem knapp 4-minütigen Begleittext ist das Geläute aller Glocken fünf Minuten lang zu hören. Auf der Rückseite erklingt das Präludium in G-Dur von Joh. Seb. Bach, sowie das Präludium in F-Dur von Dietrich Buxtehude mit Hans-Georg Berg an der Orgel der Rosenkranzkirche. Die Schallplatte wurde zum Pfarreifest 1980 angeboten.

Gründung der Sozialstation St. Lukas e. V. am 11. Januar mit Sitz in Großostheim. Die Stockstädter Ambulanz - Außenstelle wird in der Frankenhalle eingerichtet.
1980 Schwester Constantia wird verabschiedet
Nach 15-jähriger Tätigkeit als Hauswirtschaftslehrerin an unseren Schulen wird Schwester Constantia am 31. August verabschiedet. Sie arbeitet künftig im Auftrag ihres Orden in Schule und Internat in Volkach.
Über 100 Teilnehmer aus der Pfarrgemeinde fahren am 16. November mit dem Sonderzug nach Mainz zur Messfeier mit Papst Johannes Paul II.
1981 Generalvikar Justin Wittig stirbt in Würzburg
Am 13. Mai stirbt Generalvikar Justin Wittig in Würzburg. Als Pfarrer von Stockstadt (1939-1948) machte er die ersten Schritte für den Bau der Rosenkranzkirche und legte selbst Hand an, als man mit Ketten die Sandsteinquader aus dem Main zog und zum Kirchbauplatz brachte.
1982 Am 09.11.1982 verstarb Schwester Gottlob, die kurz zuvor mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Die „radelnde Schwester Gottlob“ war immer zur Stelle, wenn es galt Trost zu spenden und Kranke zu betreuen.
1983 Silbernes Ordensjubiläum von Schwester Eligia
Schwester Eligia feiert am 29. August ihr silbernes Ordensjubiläum und ebenfalls 25 Jahre sind es her, dass sie am 1. September ihre erste Stelle als Kindergärtnerin in Stockstadt antrat. Zusammen mit Schwester Grimhilde betreute sie im alten Johannisheim bis zu 200 Kinder. Es ist heute kaum vorstellbar, wie sie als Anfängerin mit etwa 60 Kindern in der Gruppe fertig werden konnte.
1984 Pfarrer Werner Seel stirbt an seinem Urlaubsort
Keiner wollte es glauben, niemand konnte es fassen, als wir am 15. August, am Fest Maria Himmelfahrt, erfuhren, dass Pfarrer Werner Seel an seinem Urlaubsort gestorben sei.
Am 17. August beim Requiem für Pfarrer Seel standen viele Stockstädter erschüttert vor seinem Sarg. Pfarrer Karl Schüssler, sein Urlaubskollege, schrieb uns damals:
Als wir zum Requiem gingen, sprach uns ein Stockstädter an: „Gell, Sie kommen auch zum Abschied von unserem Pfarrer Seel? Der hat erst sterben müssen, damit die Kirche wieder einmal zum Brechen voll wird und wir zusammen so ergriffen beten.“
1985 Pfarrer Werner Schwarzkopf kommt nach Stockstadt
Wir haben einen neuen Pfarrer. Lange haben die Stockstädter auf diesen Tag gewartet. Am 5. Mai ist es soweit: Die Pfarrgemeinde begrüßt ihren neuen Pfarrer Werner Schwarzkopf. PGR-Vorsitzender Theo Fabrig und Kirchenpfleger Adolf Bauer heißen ihn in der Pfarrei „Maria Rosenkranzkönigin“ herzlich willkommen.
Nicht oft kommen so viele Menschen in die Kirche wie zu diesem Gottesdienst. Und so erklingt mit kräftigen Stimmen und aus frohen Herzen das Lob Gottes: „Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“ und „Gott, wir loben Dich, Gott, wir preisen Dich. O, laß im Hause dein uns all geborgen sein“.
1986 60-jähriges Ordensjubiläum von Schwester Oberin Schiele
Am 31. Juli feiert Schwester Oberin Siegwalda Schiele ihr 60-jähriges Ordensjubiläum. Wenige Tage danach, am 9. August, stirbt sie im Alter von 82 Jahren.

Renovierung der Rosenkranzkirche
Auch eine Kirche muss einmal renoviert werden. Ein neuer Anstrich, Fensterarbeiten, Orgelbau, Kaminsanierung, eine neue Heizung und noch einige Kleinigkeiten kosteten 933.467,78 DM.
1987 Stockstadt bekommt einen neuen Kindergarten
Am 29. November wird der Kindergarten „Franziskusheim“ eingeweiht.

Pfarrer Josef Becker (in Stockstadt von 01.12.1948 bis 05.05.1970) feiert sein goldenes Priesterjubiläum.
1988 Gemeindemission in Kleinostheim, Mainaschaff und Stockstadt
Thema: Tiefer im Glauben wurzeln
Zur Vorbereitung auf die Gemeindemission vom 17.04. bis 01.05.1988 werden mehr als 200 Missionshelfer in den drei Pfarreien unterwegs sein. Jeweils 70-80 Gemeindemitglieder der drei Pfarreien haben sich bereiterklärt, alle Haushalte in einem festgelegten Bezirk zu besuchen und mit einem Fragebogen auf die Gemeindemission aufmerksam zu machen.
Von 30 vorgeschlagenen Themen lauteten einige:
  • Wie kann ich Gott in meinem Leben erfahren?
  • Wie kann ich an die Güte Gottes glauben, wenn es so viel Leid, Bosheit und Ungerechtigkeit in der Welt gibt?
  • Warum stellt sich die Kirche gegen ein Leben zu zweit ohne Trauschein?
  • Warum gibt es keine kirchliche Ehescheidung?
  • Soll man jeden Sonntag in die Kirche gehen?
Neben diesen und weiteren Fragen ist noch Raum für persönliche Anregungen und Fragen. Als Zielgruppen sollen Kinder, Schüler, Jugentliche, Frauen, Männer, ältere Menschen, Kranke und junge Eltern angesprochen werden. Gesprächsmöglichkeiten mit den Predigern sollen ausreichend angeboten werden.

Die letzten Schwestern verlassen Stockstadt
Im August müssen die beiden letzten Schwestern Waldeburga und Eligia von Stockstadt Abschied nehmen.
1989 Feierlichkeiten zu Ehren der Frankenapostel
Ein Höhepunkt in unserer Pfarrgemeinde ist das Verweilen der Reliquien unserer Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, beginnend mit einer feierlichen Prozesssion von der Ballenbergsiedlung zur Rosenkranzkirche.
1991 Der Singkreis entsteht
Eine kleine Gruppe junger Leute, die gerne singen, gründen den Singkreis. Sie singen Lieder aus dem „Troubadour für Gott“. Chorleiterin ist Katja Eichhorn.
1992 100-jähriges Bestehen der KAB
Die KAB feiert am 26. Januar ihr 100-jähriges Bestehen. Dabei wird ein neues Banner geweiht.
Erstmalig erwähnt wird die KAB bereits in Zeitungsberichten von 1892.
1996 50 Jahre DPSG
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens veranstaltet die DPSG ein Jubiläumszeltlager in Jever/Nordsee.
1997 Pfarrer Josef Becker stirb am 30. April in Würzburg
2002 Gemeindemission
Unter dem Motto „Kommt und seht“ findet vom 15.02.-24.02. eine Gemeindemission statt. Die Gemeinschaft Emmanuel aus Altötting unterstützt die Pfarrgemeinde bei der Durchführung.
2006 DPSG Stamm Mauritus feiert sein 60-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde am Johannisfeuer mit Schaulager und Feldgottesdienst auf dem Dorfplatz gefeiert.

Der Singkreis feiert 15-jähriges Bestehen
Am 18. November feiert der Singkreis mit einem Dankgottesdienst sein 15-jähriges Bestehen, eine Auswahl der vorgetragenen Liedern:
  • Eine Brücke lasst uns gehen
  • Gloria - Deine Schöpfung
  • Da berühren sich Himmel und Erde
  • Ein Tropfen auf dem heißen Stein
  • Santa Maria
2007 Pfarrer Werner Schwarzkopf wird 60 Jahre
Am 13. März feiert unser Pfarrer Werner Schwarzkopf seinen 60. Geburtstag, mit einem Dankgottesdienst in der Rosenkranzkirche.

Pfadfinderinnen Stamm Stockstadt feiert 60-jähriges Bestehen
Am 29. September findet eine Austellung der PSG mit Rückblick, was bisher geschah im Pfarrzentrum statt. Ein Festgottesdienst wurde gestaltet und das Abendprogramm stand unter dem Motto „Viel Theater um die PSG“
2008 Einweihung der neuen Anna-Kapelle
Am 6. April 2008 wird die neue Feldkapelle mit Anna-Statue und Glocke auf der Oberwiese im Gersprenztal von dem Würzburger Weihbischof Helmut Bauer gesegnet. Die Jagdhornbläser und der Kirchenchor verschönerten diesen Anlass mit Spiel und Gesang.
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